kevin kenner

Klavier

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Mit drei großen internationalen Wettbewerbserfolgen wurde das Jahr 1990 zum Meilenstein in der Karriere von Kevin Kenner: der Gewinn des Warschauer Chopin-Wettbewerbs (verbunden mit dem Publikumspreis und einem Sonderpreis), des Terence Judd Awards in London und der Bronze-Medaille beim Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb machten seinen Namen und seine pianistische Meisterschaft schlagartig berühmt. Bereits vorher hatte er Preise bei den renommierten Wettbewerben Van Cliburn (Texas, 1989) und Gina Bachauer (Salt Lake City, 1988) gewonnen.

Kenners künstlerische Leistungen bringen ihm weltweites Kritikerlob. Die Chicago Tribune bezeichnete ihn als "one of the finest American pianists to come along in years", der Londoner Independent feierte eines seiner Rezitale als "…the best performance I have ever heard in the concert hall of all four of Chopin's Ballades". Die Financial Times beschrieb Kenner als einen "player of grace, subtle variety and strength, with a mature grasp of dramatic structure and proportion". Und die Washington Post erklärte ihn kürzlich zu einem Künstler, "whose intellect, imagination and pianism speak powerfully and eloquently." Der Dirigent Stanislaw Skrowaczewski, der auch Aufnahmen mit Pianisten wie Artur Rubinstein gemacht hat, bescheinigte Kenners Chopin-Interpretationen "to be the most sensitive and beautiful he remembered."

Bereits in jungen Jahren erhielt der gebürtige Kalifornier Unterricht bei dem Pianisten Krzysztof Brzuza, der ihn als Teenager zu Ludwik Stefanski nach Polen schickte. Sein Aufenthalt dort fiel in eine bedeutende historische Epoche und verlief parallel zu den Anfängen der Solidarnosc-Bewegung, Streiks, Protesten und strengen Lebensmittel-Rationierungen. Dies hinterließ bleibende Eindrücke und eine lebenslange Liebe des Pianisten zu Polen. Nach dem Tod seines polnischen Lehrers setzte er seine Studien für fünf Jahre bei dem legendären Leon Fleisher am Peabody Conservatory in Baltimore fort. Schließlich beendete er seine Ausbildung bei Karl-Heinz Kämmerling in Hannover und verlegte seinen ständigen Wohnsitz endgültig nach Europa. Heute lebt Kevin Kenner überwiegend in Krakau.

Kenner konzertiert als Solist mit Weltklasse-Orchestern wie dem Hallé Orchestra, dem BBC Symphony Orchestra, den Berliner Sinfonikern, den Warschauer Philharmonikern, den Tschechischen Philharmonikern, der Belgischen Radio und Fernseh-Philharmonie, dem NHK Symphony of Japan und in den USA mit den führenden Orchestern von San Francisco, San Diego, Salt Lake City, Baltimore u.v.a. Dabei arbeitet er mit renommierten Dirigenten wie Sir Charles Groves, Andrew Davis, Hans Vonk, Stanislaw Skrowaczewski, Jerzy Maksymiuk, Kazimierz Kord, Jiri Belohlavek und Antoni Wit.

Als Kammermusiker ist Kevin Kenner Partner der Streichquartette Belcea, Tokyo, Endellion, Vogler und Panocha, um nur einige zu nennen. Mit dem polnischen Ensemble Piazzoforte geht er auf Konzertreisen und spielt CDs mit besonderen Arrangements von Werken von Piazzolla, Chopin und Bach ein. Inzwischen ist er auch selbst als Juror führender Klavierwettbewerbe weltweit tätig. 2010 schloss sich der Kreis, als er in eben dieser Funktion am Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau teilnahm.

Kevin Kenners CD-Einspielungen werden weltweit vertrieben und umfassen viele CDs mit Werken Chopins, aber auch Schumann, Ravel, Beethoven und Piazzolla. Seine Einspielung mit dem Ensemble Piazzoforte erhielt 2006 in Polen den 'Fryderyk' in der Rubrik Kammermusik als beste CD des Jahres (vergleichbar dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik). Einen weiteren 'Fryderyk' erhielt er 2012 für seine CD mit Werken Ignaz Paderewskis. Kenner hat sich auch als Spezialist für historische Aufführungspraxis einen Namen gemacht. Seine Einspielung von Solo-Werken Chopins auf einem historischen Pleyel von 1848 erhielt vom französischen Magazin 'Diapason' fünf Sterne und das Prädikat 'Superb'.

Höhepunkte der letzten Jahre waren Auftritte mit Franz Brüggen und dem Orchester des 18. Jahrhunderts, Aufnahmen mit dem Ensemble XIX, ein Chopin-Rezital auf einem 1826'er Graf-Fortepiano für die berühmte Cité de la Musique Paris, Konzerte und Aufnahmen aus Anlass des 150. Geburtstages von Ignaz Paderewski sowie Konzertreisen durch Japan, China, Korea, die USA, Mexiko, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Polen. In der laufenden Spielzeit setzt Kevin Kenner seine künstlerische Zusammenarbeit mit der großen koreanischen Geigerin Kyung-wha Chung fort, die auf  zahlreiche internationale Podien führt. 
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