quintetto amadeo


Manuel Bilz, Oboe
Thorsten Johanns, Klarinette
Ole Kristian Dahl, Fagott
Paul van Zelm, Horn
Moritz Eggert, Klavier

Vier erstklassige Solobläser finden sich im Quintetto Amadeo zusammen mit dem Pianisten und Komponisten Moritz Eggert. Die Bläser kommen von den ersten Pulten des WDR Sinfonieorchesters Köln, der Pianist ist nicht nur ein gefragter Kammermusiker, sondern auch Tonschöpfer abendfüllender Opern. Die Erfahrungen aus Kammermusik, symphonischem Konzertbetrieb und der illustren Welt der Oper fließen hier zusammen, so wie sie schon zu Zeiten des Namenpatrons in engem konzertanten Kontakt gestanden haben. Tatsächlich hat Mozart mit seinem Quintett KV 452 für Klavier und vier Bläser wie aus dem Nichts eine sehr kleine, aber nicht minder feine Gattung begründet. Das Werk wurde im Rahmen einer musikalischen Akademie 1784 - eingerahmt von Sinfonien und Klavierkonzerten - uraufgeführt. Mozart selbst bezeichnete es anschließend als „das beste, was ich noch in meinem leben geschrieben habe“. Wenige Jahre später wurde diese Quintettform prompt von Beethoven aufgegriffen. Das Quintetto Amadeo hat die Werke für Klavier und vier Bläser gründlich erarbeitet und setzt mit der beim Würzburger Mozartfest erfolgten Uraufführung eines Quintettes von Moritz Eggert auch ein Zeichen für die Zukunft. Dieses Werk wurde - in Koppelung mit Mozarts Meisterwerk - für das Label col legno auf CD aufgenommen, die im Herbst 2010 erscheinen ist.

Das Quintetto Amadeo widmet sich auch Bearbeitungen und Arrangements anderer Werke und variiert seine Programme zudem mit Werken artverwandter Besetzungsgrößen. Weitere Auftragswerke zeitgenössischer Komponisten sind bereits angedacht, so dass die Konzerte des Quintetts neben den vertrauten und schönen Klängen auch Unbekanntes und Herausforderndes zutage fördern werden.


Manuel Bilz, Oboe, wuchs in einer Musikerfamilie auf. Seinen ersten Oboenunterricht erhielt er bei seinem Vater, bevor er zu Stefan Gleitsmann, dem Solo- Oboist im HR-Rundfunkorchester kam. 1993 begann er sein Studium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main bei Fabian Menzel. 1995 wechselte er zu Prof. Günther Passin an die Münchener Musikhochschule, wo er 1999 sein Studium beendete. Während des Studiums gründete er das ARTA-Quintett, mit dem er Konzertreisen durch Deutschland und mehrere Länder Europas, wie Frankreich, Luxemburg und Bulgarien unternahm. Mit dem ARTAQuintett erhielt er ein Stipendium der Stiftung Villa Musica, in dessen Rahmen er an Kammermusikkursen mit renommierten Solisten wie Prof. Klaus Thunemann, Prof. Günther Passin u.a. teilnahm. Von 1995-98 war er Solo-Oboist im European Union Youth Orchestra (EUYO) und 1997-98 gleichzeitig als Solo-Oboist in der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz tätig. Sein erstes festes Engagement als Solo-Oboist erhielt er von 1999-2001 am Nationaltheater Mannheim. Seit September 2001 ist er im Sinfonieorchester des Westdeutschen Rundfunks in Köln an gleicher Position tätig.

Thorsten Johanns, Klarinette, erhielt seine erste Ausbildung in seiner Heimatstadt bei Laszlo Dömötör und studier-te danach bei Prof. Ralph Manno an der Musikhochschule Köln. Er errang zahlreiche Preise beim Wettbewerb Jugend musiziert und war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Seine Laufbahn als Orchestermusiker begann 1998 als stellvertretender Solo-Klarinettist bei den Essener Philharmonikern, im Jahr 2002 folgte die Position des Solo-Klarinettisten im WDRSinfonieorchester. Zum Wintersemester 2014/2015 wurde er als Professor für Klarinette an die Musikhochschule 'Franz Liszt' in Weimar berufen. Thorsten Johanns spielt regelmäßig Kammermusik, so ist er beispielsweise Mitglied im Saxophon-Quartett SAXEMBLE, mit dem er zahlreiche internationale Wettbewerbe gewann, bei allen großen deutschen Festivals auftrat und Konzertreisen in die ganze Welt unternahm. Er ist ebenfalls Mitglied im Bläser-Oktett des WDR-Sinfonieorchesters. Als Solist war Thorsten Johanns mit diversen Orchestern zu hören.

Paul van Zelm, Horn, studierte am Sweelick Conservatorium Amsterdam bei Adriaan van Woudenberg sowie an der Folkwang-Hochschule Essen bei Hermann Baumann. Bereits während seines Studiums arbeitete er als Orchestermusiker mit Dirigenten wie Eugen Jochum, Claudio Abbado und Leonard Bernstein. Sein erstes Engagement erhielt er als Hornist im Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester. 1993 wurde er 1. Solohornist der Düsseldorfer Symphoniker. 1994 wurde er 1. Solo-Hornist der Niederländischen Radio Philharmonie. Als Solist ist er mit verschiedenen Niederländischen Orchestern wie dem RFO Hilversum und dem Niederländischem Radio Kammerorchester aufgetreten. Konzertgasspiele führten ihn mehrfach in andere europäische Länder, in die USA, nach Südamerika und Japan. Seit 1999 ist Paul van Zelm Professor für Horn an der Musikhochschule Köln.

Der norwegische Fagottist Ole Kristian Dahl kann trotz seiner jungen Jahre auf eine beachtliche Zahl von Preisen zurückblicken. So wurde er u.a. beim Musicora Villette in Paris oder beim Wettbewerb des CIEM National im schweizerischen Riddes mit dem 1. Preis und dem Preis der Suisse Romande ausgezeichnet. Auch die Reihe seiner Orchesterengagements ist eindrucksvoll. Bevor er mit 26 Jahren beim WDR Sinfonieorchester Köln die Stelle des Solo-Fagottisten erhielt, hatte er dieselbe Position bereits beim Dänischen Rundfunksinfonieorchester Kopenhagen sowie beim Malaysian Philharmonic Orchestra innegehabt. Seine Studien hat Ole Kristian Dahl bei Robert Rønnes in Norwegen, Roger Birnstingl am Conservatoire de Geneve und bei Dag Jensen an der Hochschule Hannover absolviert. Seine eigenen pädagogischen Fähigkeiten kommen bei Meisterkursen in Europa und Asien sowie als Lehrer an den Musikhochschulen in Kopenhagen und Odense zur Geltung.

Moritz Eggert, Klavier, studierte Klavier bei Leonard Hokanson, Raymund Havenith und Dieter Lallinger sowie Komposition bei Wilhelm Killmayer und Hans-Jürgen von Bose (Komposition). 1992 verbrachte er ein Jahr als Postgraduiertenstudent an der Guildhall School for Music and Drama in London (Komposition bei Robert Saxton). Als Pianist arbeitet Moritz Eggert mit zahlreichen Künstlern zusammen, sowohl als Solist mit Orchestern, als Kammermusikpartner in diversen Formationen wie auch als gefragter Liedbegleiter. 1989 war Moritz Eggert Preisträger beim Internationalen Gaudeamus-Wettbewerb für Interpreten neuer Musik. Als Komponist, u.a. von neun abendfüllenden Opern und einem „Fußballett“- wurde Moritz Eggert mehrfach ausgezeichnet. Seit 2003 ist er ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Zusammen mit Sandeep Bhagwati gründete er 1991 das A*Devantgarde-Festival für neue Musik junger Komponisten.
 

 
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